Bei Neugeborenen dreht sich der ganze Tag hauptsächlich ums Schlafen und Trinken. Im Bauch schlafen Babys rund 20 Stunden am Tag. Einen Tag-Nacht-Rhythmus haben sie dabei nicht. Genau das bringt frisch gebackene Eltern häufig zur Verzweiflung, denn der Nachwuchs ist mehrmals in der Nacht wach. Schnell beginnen sie dann nach Antworten auf die Fragen ‚wie kann mein Baby besser / schneller einschlafen?‘, oder ‚wie kann mein Baby durchschlafen’ zu finden.

Tag und Nacht

Nun da die kleinen Erdenbürger das Licht der Welt erblickt haben müssen sie viele Erfahrungen machen, die sich von den Gegebenheiten im Bauch stark unterscheiden. Beispielsweise, dass es Tageszeiten gibt. Ihr Baby kennt den Unterschied zwischen Tag und Nacht noch nicht. Sie können ihm helfen dies zu erlernen. Tagsüber ist es hell und es ist lauter. Stimmen, Geräusche beim Aufräumen, all das gehört zum Tag dazu. Sprechen Sie Ihr Baby in seiner wachen Zeit ganz aktiv an und spielen Sie mit ihm, singen Sie Lieder. In der Nacht hingegen ist es dunkel und ruhig. Versuchen Sie auch beim Stillen oder Flasche geben das Zimmer nicht vollständig zu erleuchten. Ein kleines dumpfes Licht genügt. Auch beim Wickeln, sollte es nötig sein, sollte es ruhig bleiben. Spielen und sprechen Sie nicht unnötig laut mit ihrem Baby. So versteht Ihr Kind schnell, dass es tagsüber anders zugeht als in der Nacht. Das bedeutet jedoch noch nicht gleichzeitig dass Ihr Kind durchschläft.

Einschlafen und Durchschlafen

Einer der größten Wünsche von Eltern ist es, dass ihr Kind abends gut und zügig einschläft und die Nacht durchschläft. Dieser Wunsch ist verständlich, denn bei all der Fürsorge, die man für das Baby aufbringt, sehnt man sich nach einer Weile doch wieder einmal nach einem gemütlichen Abend auf dem Sofa ohne Kinder. Jedes Kind hat dabei jedoch sein ganz eigenes Tempo. Manche Kinder schlafen von Anfang an ziemlich problemlos ein und wachen nur kurz bei Hunger in der Nacht auf, um danach direkt weiter zu schlafen. Andere brauchen Monate oder Jahre, bis sie dies können. Bedenken Sie auch, dass es immer wieder Phasen gibt, in denen es besser oder schlechter klappt. Auch wir Erwachsenen können nicht jeden Abend gleich gut einschlafen. Rituale geben Kindern Sicherheit. Sie sind wichtiger Bestandteil des Alltags und vor allem auch am Abend. Versuchen Sie nach Möglichkeiten zeitig ein Abendritual einzuführen. Dieses kann sich verändern und den Bedürfnissen Ihres Kindes anpassen. Jedes Kind mag etwas anderes um auf die Nacht eingestimmt zu werden. Baden, Schlaflied singen, Stillen oder Flasche trinken – gestalten Sie es so, wie es am besten zu Ihnen passt.

Jedes Kind kann schlafen lernen?

Die Schlafmethode ‚Jedes Kind kann schlafen lernen‘ wird im gleichnamigen Buch erläutert. Mittlerweile stößt dieses Buch samt seiner Methode immer mehr auf kritische Stimmen. Zu Recht – denn hier wird dem Baby antrainiert alleine einzuschlafen und durchzuschlafen. Das entspricht jedoch nicht unseren natürlichen Bedürfnissen. Das Baby wird wach und ohne Schnuller, Kuscheltier,… ins Bett gelegt und alleine im Zimmer gelassen. Die natürliche Reaktion des Babys ist weinen, denn es benötigt unsere Hilfe, ist ohne uns nicht überlebensfähig. Langfristig schlafen Babys die nach dieser Methode behandelt werden alleine ein und in der Regel auch früher durch. Jedoch nur, weil sie gelernt haben zu resignieren, da ihr schreien nicht erhört wird. Kinderpsychologen warnen davor, da das Urvertrauen des Kindes verstört wird und viele Kinder später psychische Probleme bekommen, die auf das Trauma im frühen Babyalter zurückzuführen sind.

Haben Sie Geduld mit Ihrem Kind auch wenn die Nächte kurz und anstrengend sind – sie werden vorüber gehen. Begleiten Sie Ihr Kind in den Schlaf und zeigen Sie ihm, dass es sich immer auf Sie verlassen kann.

Jasmin
Author

Write A Comment